Frage der Woche
Frage: Wie unterscheiden sich Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention?
Kurzantwort: Die drei Ebenen unterscheiden sich danach, zu welchem Zeitpunkt im Krankheitsverlauf sie ansetzen – vor Krankheitsbeginn, bei ersten Anzeichen oder bei bereits manifester Erkrankung.
Erklärung: Primäre Prävention richtet sich an gesunde Menschen und will verhindern, dass eine Krankheit überhaupt entsteht – etwa durch Schutzimpfungen oder Aufklärungskampagnen. Sekundäre Prävention setzt an, wenn erste, oft noch symptomlose Anzeichen einer Erkrankung vorliegen; hier stehen Früherkennung und Frühbehandlung im Mittelpunkt, klassischerweise über Screenings wie Mammografie oder Blutzuckeruntersuchungen. Tertiäre Prävention schließlich betrifft bereits manifest Erkrankte und zielt darauf ab, das Fortschreiten der Krankheit sowie Folgeschäden zu begrenzen, etwa durch Rehabilitationsmaßnahmen nach einem Herzinfarkt.
Ergänzt wird dieses Strukturmodell durch das Spezifitätsmodell, das nach Zielgruppen unterscheidet: universelle Prävention richtet sich an die gesamte Bevölkerung (z. B. Impfprogramme), selektive Prävention an Risikogruppen (z. B. Kinder suchtkranker Eltern), und indizierte Prävention an Personen mit bereits erkennbaren Risikofaktoren. Zusätzlich wird zwischen Verhaltensprävention (individuelles Gesundheitsverhalten) und Verhältnisprävention (strukturelle Rahmenbedingungen wie gesetzliche Rauchverbote) unterschieden.
Quelle: Sozialmedizin in Frage und Antwort 2026

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